September 2007
Vorsicht Fallen.…
Eine neue INMA-Studie über die Allianzen zwischen US-Zeitungen und den globalen Internet-Giganten regt zum Nachdenken an – um es vorsichtig auszudrücken.
Die USA ist Schauplatz einer Reihe von Allianzen zwischen Zeitungen und den drei wichtigsten Internetanbietern, Google, Yahoo und Monster. Folgt man dem Autor der Studie, James Khattak, werden sie in absehbarer Zukunft wohl auch in anderen Märkten auftauchen – und Europa ist ein vorhersehbarer Landepunkt.
Vor dem Hintergrund dramatischer Verluste des Rubrikengeschäfts an das Internet haben sich viele amerikanische Verleger für Allianzen mit den Online-Größen entschieden, um eine „Multi-Media“-Positionierung zu finden – entscheidend für eine mehr als 400 Jahre alte Zeitungsindustrie, die heute in vielen Schlüsselbereichen von einem gut zehn Jahre alten Wettbewerber verdrängt wird.
Die INMA analysiert diese „Allianzen“ und das Bedürfnis der Verlage, ihre Vormachtstellung in Print zu schützen und eine Online-Kompetenz mit langfristigen Perspektiven zu entwickeln – vor allem da die Studie zu dem Schluss kommt, dass sie im Rubrikenmarkt gegen das Vordringen des Internets auf verlorenem Posten stehen.
Das Thema ist elementar – und die Studie stellt eine ernsthafte Frage: „Werden die Web-Giganten langfristig die Zeitung brauchen?“ Es ist eine gute Frage – insbesondere deshalb, weil es kaum Beispiele für dauerhafte Markenallianzen gibt, wenn überhaupt.
Hier bei MatchWork haben wir einen gesunden Respekt vor den Leistungen der globalen Internet-Unternehmen – aber auch die Erkenntnis, dass sie eher im Wettbewerb zu den Zeitungsmarken stehen als dass sie komplementär zu ihnen wären, ist für unsere Geschäftsphilosophie grundlegend. Einfache betriebswirtschaftliche Logik sagt uns, dass die Zeitungen allmählich die weniger wichtigen „Partner“ in den Online-Gewinnbeteiligungs-Allianzen sein werden. Diese „Allianzen“ sehen am Anfang so vielversprechend aus, aber die offene Frage ist, ob für Gefühle noch Platz ist, wenn die Beziehung zunehmend einseitig wird – letzten Endes: Geschäft ist Geschäft …
Markenführung ist das Schlüsselwort – und war es schon immer. Starke Marken überleben und gedeihen, schwache Marken schrumpfen und verschwinden. Vielleicht verdient die Botschaft der INMA, „Vorsicht Fallen“, sehr ernsthaftes Nachdenken.
